Der steirische Dachdecker

 

Weiße Wochen. Es gibt sie,
diese Tage, an denen es 
schneit. Da ist es gut, wenn
das Dach hält und die
Schneefänger fit sind.

Sitzleder. Manchmal ent-
facht ein laues Lüfterl kräf-
tige Sturmwinde. Das sollte
einen soliden Dachziegel
nicht vom Hocker hauen!
Absolut Regensicher. Es
hagelt Schusterbuben oder
schüttet wie aus Kübeln. Da
ist es gut, wenn die warme
Stube trocken bleibt.
Wärmstens zu empfehlen!
Das Dach ist für vieles
zuständig. Warum nicht
auch für Warmwasser und
Heizung?


DACHDECKER
ein Beruf für Aufsteiger!

Eigener Betrieb
oder
Betriebsleiter
Dachdeckermeisterprüfung
(Spenglermeisterprüfung)
2 1/2 Gesellenjahre
(Vorarbeiter, Partieführer)
Bundesheer
Facharbeiter
(zusatzlehre verkürzt, Spengler)
Lehrabschlussprüfung
3 Jahre Lehrzeit
Eintritt in die Lehre nach Schulabschluss
(Politechn. Lehrgang, Hauptschule, usw.)

 

 

Am Anfang war das Dach...

So steht es in unseren alten Fachbüchern.

Tatsächlich versuchten unsere Vorfahren sich vor Unwetter dadurch zu schützen , dass sie Unterschlupf unter Baumkronen oder Höhlen suchten. Zu dieser ursprünglichen Funktion des Daches, nämlich der ausschließlichen Schutzfunktion, kamen noch weitere Funktionen. Wir wollen sie architektonische Funktionen nennen, denn Dachformen und Dachlandschaften prägten und prägen noch heute das Aussehen von Häusern, Burgen, Schlössern und die Silhouette vieler Städte. Dächer sind aber auch Statussymbol. Denken wir an die besonders geschmückten Zelte der Häuptlinge, an die aufragenden Türme der Burgen oder an die kunstvoll gestalteten Naturschieferdächer. Auch heute ist es mehr denn je „in“, ein schönes Dach über dem Kopf zu haben, Geschmack bei der Auswahl der Dachformen und Dacheindeckungen zu zeigen. Bei den Anforderungen, die heute an unsere Dächer gestellt werden, genügt es nicht mehr wie einst, einfache Materialien aus der näheren Umgebung aufzulegen. Nein, dazu gehört solides Fachwissen, gediegene Ausbildung, Kenntnisse der Bauphysik und Bauchemie, Einfühlungsvermögen in die Wünsche und Bedürfnisse der Bauherrn und Bauplaner.

Jedes einzelne Projekt, jedes neue Dach muss individuell, von der Planung bis zur Ausführung, professionell erarbeitet werden.

Für dieses Fachwissen, für diese gute, professionelle Ausbildung sorgen im dualen System unsere Dachdeckerbetriebe gemeinsam mit unserer nun schon weit über 50 Jahre alten Berufsschule.

Rund 80 Lehrlinge stehen in der Steiermark derzeit in der Ausbildung. Sie sind die Garantie dafür, dass auch in Zukunft die Dachdeckerzunft in guten Händen liegen wird. Erfolge bei nationalen und internationalen Lehrlingswettbewerben sind der Beweis dafür.

Sowohl Pflege der alten, überlieferten Handwerkskunst als auch Beschreiten neuer Wege mit neuen Produkten für die Zukunft sind das Ziel unserer Ausbildung. Die Dachdecker grüßen Sie mit ihrem alten Handwerksgruß:

 

                                                Gott schütze unser ehrbares Handwerk zwischen Himmel und Erde.

Verfasser: Gerold Jaklitsch